Schadenfälle an Natursteinen

Für die Auskleidung von Bad und Dusche in einer neuerbauten Eigentumswohnung in Neu-Ulm wurde von den Bauherren „Granit Black Velvet“ mit patinierter Oberfläche gewählt. Auf den sehr edel wirkenden schwarzen Fließen der Dusche bildeten sich jedoch schon nach mehrmaliger Benutzung weiße Schleier, welche nicht mehr spurenfrei entfernt werden konnten. Hierbei handelt es sich um Kalkablagerungen aus dem sehr harten Wasser der betreffenden Stadt.

Nachdem Zweifel über die wahre Art des Natursteins aufkamen, wurde eine petrographische Gesteinsbestimmung in Auftrag gegeben. Die mikroskopische Untersuchung zeigte, dass es sich bei dem Naturstein um kein Tiefengestein und damit nicht um einen „Granit“ bzw. Gabbro handelt, sondern dass stattdessen ein sogenannter Basanit eingebaut wurde, mit großer Wahrscheinlichkeit „G 684“ aus China. Es handelt sich hierbei um ein vulkanisches Gestein ähnlich Basalt, aber mit sehr säureempfindlichen Mineralen in der Grundmasse.

Auf der patinierten und damit im Mikrobereich porigen Oberfläche kann sich Kalk besonders stark abscheiden; eine Entfernung ist nur durch säurehaltige Mittel möglich, welche aber unweigerlich auch die Grundmasse des Gesteins auflösen. Der – ob vorsätzlich oder versehentlich – fälschlich eingebaute Naturstein war somit eindeutig nicht als Fließenmaterial im Nassbereich geeignet und musste ausgetauscht werden.




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