Petrographische Prüfung und Bestimmung

Für die Verlegung von Naturstein-Pflaster im Innenstadtbereich von Ahrensburg wurde Granit ausgeschrieben. Das vom beauftragten Bauunternehmen gelieferte Material wich jedoch so stark von dem ansonsten verwendeten Granit ab, dass auf Seiten der Stadtverwaltung starke Zweifel an der Richtigkeit der Lieferung aufkamen.

Das beigelegte Prüfzeugnis eines Baustoff-Prüflabors wies das Gestein als einen Granit aus der Provinz Fujian (China) aus. Bereits die makroskopische Begutachtung des Materials zeigte, dass das Prüfzeugnis keinerlei Bezug zu den gelieferten Pflastersteinen hatte. Es handelte sich bei dem untersuchten Material eindeutig um ein vulkanisches Gestein und nicht um einen plutonisch gebildeten Granit.

Die genauere petrographische Analyse ergab, dass ein pyroklastisch ausgebildeter Rhyolith jungen geologischen Alters und damit umgangssprachlich ein Porphyr vorlag. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit konnte das Gestein als ein Rhyolith aus China identifiziert werden, welcher als „Greatwall Red“, aber auch als „G 666“ im Handel vertrieben wird. Interessanterweise wird die Handelsbezeichnung „G 666“ auch für einen echten mittel- bis grobkörnigen Granit aus der Provinz Fujian, China verwendet. Dieser Umstand führte vermutlich zu einer Verwechslung auf Seiten der Lieferanten, durch die das falsche Material geliefert wurde.


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