Herkunftsbestimmung von Naturwerksteinen

Bei der Sanierung eines um 1960 fertiggestellten größeren Amtsgebäudes in Kaiserslautern war es aus denkmalpflegerischen Gründen wichtig und notwendig, die Herkunft des Natursteinmaterials der mehr als 2000 qm umfassenden Hauptfassade eindeutig zu belegen. Dazu wurde ein entsprechendes vergleichendes Gutachten in Auftrag gegeben.

Prinzipiell ist jeder Vergleich von historisch verbautem Naturwerkstein mit aktuell abgebauten Materialien durch die Tatsache erschwert, dass die in der Vergangenheit (in diesem Fall vor ca. 50-60 Jahren) abgebauten Bereiche eines Steinbruches nicht mit den heutigen Abbaustellen übereinstimmen. Ungeachtet dieser generellen Schwierigkeiten konnte das Fassadenmaterial petrographisch ausreichend genau beschrieben und mit Material aus möglichen Herkunftssteinbrüchen und von Referenz-Bauwerken verglichen werden.

Bei dem Bestandstein handelte es sich um einen Riffschuttkalk des Oberen Juras. Obwohl alle in Frage kommenden und untersuchten Gesteine in Bezug auf Fossilführung und prinzipiellem strukturellem Aufbau praktisch identisch waren, konnten Unterscheidungskriterien auf der Basis unterschiedlicher Farbausbildungen und unterschiedlicher Porositäten, vor allem aber durch eine detaillierte Untersuchung der strukturellen und petrographischen Ausbildung der Matrix gefunden werden.

Das Fassadenmaterial des Amtsgebäudes konnte dadurch eindeutig als „Ittenhausener Korallenfels“ identifiziert werden, ein Werkstein, welcher allerdings nur bis ca. 1970 abgebaut wurde und somit nicht mehr für die Sanierung zur Verfügung steht.




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