Herkunftsbestimmung von Sand

Bei einer Lieferung von hochreinem Kunststoff-Granulat eines schwedischen Produzenten an einen norditalienischen Kunden fanden sich in einer Verpackungseinheit Verunreinigung durch Sand, welcher das Material unbrauchbar machte. Um sowohl einen Fehler beim Produktionsablauf als auch eine mögliche „Sabotage“ abzuklären bzw. auszuschließen, musste versucht werden, die Herkunft des Sandes im Bereich des Lieferweges Südschweden – Norditalien einzugrenzen.

Die Untersuchungen ergaben, dass es sich um einen künstlich produzierten Sand handelte, vermutlich einen Bausand. Mehr als die Hälfte des Materials bestand aus zerkleinertem bzw. gebrochenem Granit mit Korngrößen bis unter kleiner 50µm. Für die Lösung der Fragestellung kamen somit nur die natürlichen Sandkomponenten in Betracht, wobei größere Körner mit dem Polarisationsmikroskop petrographisch untersucht wurden.

Insgesamt konnten 23 verschiedene Gesteinstypen identifiziert werden, z.T. in mehreren Variationen. Zwar war der überwiegende Teil der Körner für eine regionale Zuordnung nicht signifikant, außerordentlich aussagekräftig waren dagegen geologisch junge vulkanische Gesteine (Basalte und alkalibetonte Basalte, Nephelinit, intermediäre Vulkanite, Rhyolithe und rekristallisiertes rhyolithisches Glas (Obsidian)). Damit konnte für die Herkunft der natürlichen Sandkomponenten Skandinavien definitiv ausgeschlossen werden. Diese Gesteine sind jedoch typisch für die Venetische Vulkanprovinz mit den Colli Euganei, so dass die Herkunft des Sandes eindeutig auf den Bereich der östlichen Po-Ebene eingegrenzt werden konnte.

Die Zumischung des Sandes musste daher in Norditalien, eventuell sogar beim Kunden selbst, erfolgt sein.


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